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Seit wann gibt es bei uns Ostereier ?
Ram Aleph 

Das Osterei ist heute zum wichtigsten Sinnbild unseres Osterfestes geworden und hat sich dabei immer mehr vom alten Hühnerei entfernt, es erscheint in den süssesten und kostbarsten Formen. Das Ei musste als Symbol des Lebens schon dem Naturmenschen als der Inbegriff der Fruchtbarkeit erscheinen, und so finden wir denn seine Verehrung häufig in den Frühlingsbräuchen. Indem man das Ei isst, leitet man seine Kraft ins sich selbst über, und die Eier die im Frühjahr beim Wiedererwachen alles Lebens gelegt werden, gelten als besonders wirksam. Der älteste Beleg für das Auftauchen des Eies in den Frühlingsfesten findet sich bei den Chinesen, die schon um 772 v.Chr. nach dem Bericht der Chroniken Eier bei dem sogenannten „kalten Fleisch-Fest“, dem „Tfing-ming“, verschenkten, einer Feier, die zu Anfangs April stattfand, wenn das Gras grün und die Luft klar ist. Diese Sitte, die noch heute in China üblich ist, findet sich auch bei den Persern, bei denen am Frühlingsfest Neuraz gefärbte Eier dargebracht wurden. So lässt sich die Frühlingssitte des Eierschenkens im grauen Altertum, auch bei den Ägyptern, Hebräern, Griechen und Römern nachweisen, hingegen findet man bei den alten Germanen nicht die geringste Spur eines solchen Brauches. So ist schon die Annahme einer geheimnisvollen Göttin Ostara in das Reich der Fabel zu verweisen, so erst recht der gezwungene Versuch, auch für das Osterei ein Vorbild in der germanischen Mythologie zu finden. Die alten Deutschen wussten nichts von Ostereiern, und die Verehrung des Eis wurde ihnen erst durch fremde Einflüsse nachgebracht. Die christliche Kirche liess wohl schon früh bei der Feier des Osterfestes die orientalische Verehrung des Eis hineinspielen. Wenngleich eine offizielle Deutung des Eis auf die Auferstehung des Herrn erst zu Anfang des 17. Jahrhunderts in einer Enzyklika des Papst Paul V. zu finden ist, so war sie doch schon früher vorbereitet. Die in der slawischen Welt weit verbreiteten Ostereier, auf denen die Leidensgeräte Christi dargestellt sind, verraten in ihrem Stil deutlich die Herkunft aus Byzanz. Diese christlichen Andeutungen berührten sich vielfach mit volkstümlichem Brauch und so mag die Sitte des Ostereis zunächst im Volke gelebt haben.

In Deutschland taucht das Osterei aber verhältnismässig spät auf und wird erst im 18. Jahrhundert aus einem Volksbrauch zu einer allgemeinen Sitte. Der Sprachforscher Friedrich Kluge, der der Geschichte des Wortes „Osterei“ nachgegangen ist, hat festgestellt, dass sich dieser Ausdruck in unserer Literatur vor dem 17. Jahrhundert nirgends findet. Einer der ersten Belege in der persischen Reisebeschreibung des Adam Olearius von 1663 erwähnt die gefärbten Ostereier bei den Russen in einer Weise, die deutlich zeigt, dass dem Verfasser diese Sitte ganz unbekannt war. Wenn aber auch die Gebildeten nichts von Ostereiern wussten, so spielten sie doch beim Volke eine gewisse Rolle. Der Brauch der Eierfeste und Eierspiele, der sich allenthalben in der deutschen Volkskunde zeigt, das Rollen oder Werfen der Eier, das Fangen und Suchen, das zerbrechen und Verzehren, geht gewiss auf einen alten Fruchtbarkeitskult zurück, wurde aber durch eine Rechtssitte eingebürgert. Es gibt einen Schwank von Hans Sachs aus dem Jahre 1559 „Die Bauerngreth mit den Antlasseiern“. Da wird erzählt, wie ein Bauernmädchen, das von der Mutter ins nahe Kloster geschickt wird, um dort Eier zum „Antlass“, dem Gründonnerstag, abzuliefern, arges Missgeschick erleidet und ohne Eier ins Kloster kommt. Schon aus den Weistümer des späten Mittelalters erfahren wir, dass „Zinseier“ zu Ostern an die Grundherrschaft geliefert werden mussten. Bis zu jener Zeit fiel ja der Jahresanfang auf Ostern, und der Bauer musste die alljährliche Steuer um diese Zeit leisten, die aus den Erträgnissen seiner Wirtschaft und natürlich auch aus frischen Eiern bestand. So verband sich der Rechtsbrauch der Eierabgabe mit dem Volksbrauch der Eierverehrung, und so entwickelten sich die vielen Eierbräuche und Eierspiele. Es war natürlich,, dass man den Kindern die Gabe in recht hübscher Form, also bunt gefärbt darbot, und neben dem Eierwerfern und „Eierköpfen“ entwickelte sich das Spiel des Eier-Lesens, das durch das Verstecken erschwert wurde.

Im 17. Jahrhundert finden wir diese Bräuche öfters in Predigten erwähnt, in denen sie geistlich ausgedeutet werden. In der „feinen Gesellschaft“ aber hat der allmächtige Modediktator jener Zeit, Ludwig XIV., das Osterei heimisch gemacht. Er führte die feierliche Zeremonie der Eiergabe an seinem Hofe ein, und ihm wurden kostbar geschmückte Eier dargebracht. In Deutschland wird die Sitte zum erstenmal als modischer Brauch in dem 1715 erschienen „Frauenzimmer Lexikon“ des Amaranthes erwähnt. “Rotei, heisst es da; „ist ein rot gefärbtes und mit allerhand Figuren und lustigen Reimlein beschriebenes Ei, womit die Mütter ihre kleinen Kinder am Gründonnerstag zu beschenken pflegen. Dergleichen pflegen auch an etlichen Orten die kleinen Kinder bei ihren Paten an obbenanntem Tage zu holen. Das Rokoko machte zum erstenmal diese Sitte zu einer Art Industrie, indem man sich nicht nur auf das Buntfärben gewöhnlicher Eier beschränkte, sondern Ostereier aus allen möglichen Stoffen herstellte, die von den besten Künstlern verziert wurden. Doch dauerte es noch lange, bis der Brauch in Deutschland allgemein eingeführt wurde. In Weimar hat Goethe das Osterei eingeführt, das er schon von seiner Kindheit her aus Frankfurt kannte. Aus den eingehenden Beschreibungen der von ihm veranstalteten Ostereierfest geht deutlich hervor, dass man bis dahin in Weimar nichts davon gewusst hatte. 

 

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